
Yin Yoga
Yin ist die Kunst des Ankommens im Stillstand. Wir halten Positionen lange – drei, fünf, manchmal acht Minuten – tief genug, dass sich nicht nur die Muskeln, sondern das Bindegewebe selbst öffnet. Kein Kraftakt, sondern Hingabe an die Schwerkraft.
Anders als in aktiven Yogaformen zielt Yin nicht auf die Muskulatur, sondern auf die Faszien – das Netz aus Bindegewebe, das den ganzen Körper durchzieht und sich mit der Zeit verspannt, ohne dass wir es merken. Im langen Halten beginnt dieses Gewebe sich zu lösen: es wird weicher, durchlässiger, freier. Oft berührt das Stellen, die sonst kaum erreicht werden – tief sitzende Anspannung, die sich einfach nicht anders lösen lässt.
Die Haltungen folgen dabei den Meridianen der traditionellen chinesischen Medizin – jenen Bahnen, entlang derer nach daoistischer Vorstellung Qi, unsere Lebensenergie, fließt. Wo dieser Fluss stockt, setzt Yin an: sanft, aber gezielt, entlang genau dieser Linien.
Begleitet von leiser, atmosphärischer Musik entsteht ein Raum, in dem der Körper langsamer werden darf, weil ihm niemand vorgibt, wohin er muss. Die Musik trägt, ohne zu drängen – und mitten im Klang entsteht trotzdem diese besondere Stille: nicht die Abwesenheit von allem, sondern ein Gefühl von Weite, das bleibt.
Am Ende bleibt oft nur Stille übrig – und das Gefühl, dass sich etwas gelöst hat, das du vorher nicht benennen konntest.
Hatha Tantra Yoga

Kaula Tantra Yoga zählt zu den ältesten überlieferten Yogalehren – über Jahrhunderte in nahezu unveränderter Form weitergegeben. Die Haltungen ähneln denen des Hatha Yoga; der Unterschied liegt in der Tiefe der Pausen dazwischen.
Ein Wort vorweg, weil es oft missverstanden wird: Das hier ist nicht das Neotantra, das im Westen oft mit Ekstase, Sexualität oder Paarübungen gleichgesetzt wird. Kaula Tantra Yoga ist eine traditionelle, rein körperbasierte Praxis – ohne Berührung durch andere, ohne Partnerarbeit, ohne diesen Anspruch. Es geht um deine Beziehung zu dir selbst, nicht zu jemand anderem.
Statt zur nächsten Position zu fließen, verweilen wir – lange genug, um nach innen zu lauschen, statt nach außen zu funktionieren. So wird aus einer festen Abfolge von Asanas eine Körpermeditation: langsam, konzentriert, ohne Ablenkung durch Tempo.
Im Zentrum steht der Ausgleich zweier Kräfte, die sich eigentlich nie trennen lassen – die männliche und die weibliche Energie in dir selbst, Shiva und Shakti. Diese Klasse verlangt keine Erfahrung, nur die Bereitschaft, langsamer zu werden, als du es gewohnt bist.
Hatha Yoga
Hatha ist die Wurzel, aus der die meisten anderen Yogaformen gewachsen sind – langsamer, klarer, ohne Eile. Wir halten Haltungen bewusst, atmen hinein, spüren nach. Kein Fluss wie im Vinyasa, sondern ein Innehalten in jeder einzelnen Form.
Ha und Tha – Sonne und Mond. Zwei Gegensätze, die zusammenfinden sollen: Anspannung und Entspannung, Kraft und Weichheit, Aktivität und Ruhe. Genau das übt Hatha – nicht durch Tempo, sondern durch Präsenz in der Haltung selbst.
Diese Klasse eignet sich für alle, die Yoga von Grund auf verstehen wollen – die Basis, aus der sich Beweglichkeit, Kraft und ein ruhigerer Atem ganz natürlich entwickeln. Am Ende steht kein Adrenalin, sondern ein Körper, der sich neu sortiert anfühlt.
Vinyasa Yoga
Vinyasa heißt: Atem und Bewegung werden eins. Jede Haltung fließt in die nächste, getragen vom Ein- und Ausatmen – kein Zufall, sondern Choreografie mit Sinn.Wir bauen Sequenzen auf, die sich steigern, Hitze erzeugen, den Kopf leeren, weil er zu beschäftigt ist mit dem nächsten Schritt, um woanders zu sein. Kraft und Beweglichkeit wachsen nebenbei – das eigentliche Ziel ist der Zustand, in dem Denken aufhört und nur noch Bewegung bleibt.Für alle, die Yoga nicht als Ruhepol, sondern als Bewegungspraxis suchen – schweißtreibend, aber nie hektisch.
Embodied Movement
Hier gibt es keine Schrittfolge, der du folgen musst. Embodied Movement ist eine Einladung, den Körper selbst sprechen zu lassen – ohne Choreografie, ohne "richtig" oder "falsch".
Die Praxis vereint zwei Wurzeln: den freien, wortlosen Fluss des Ecstatic Dance und die energetische Tiefe des Chakra Dance, bei dem Bewegung gezielt mit den Energiezentren des Körpers arbeitet.
Wir beginnen oft mit Musik, mit Atem, mit einem Impuls – und lassen die Bewegung von innen entstehen. Der Kopf will wissen, was als Nächstes kommt; der Körper weiß es oft schon.
Diese Klasse ist für alle, die spüren wollen, statt zu funktionieren.
